Das Trauerspiel um Totilas oder das völlige Abhandenkommen des gesunden Menschenverstands

von Virginia Mueller –

Als im Herbst 2010 bekannt wurde, dass der dreifache Olympiasieger Moorlands Totilas verkauft werden soll, gingen die Spekulationen los, was sein neuer Besitzer wohl mit ihm vorhabe.

Für mich persönlich stand ausser Frage, dass der Hengst nach all seinen Erfolgen aus dem Sport genommen wird und ausschliesslich zur Zucht eingesetzt wird. Das war für mich die einzige logische Schlussfolgerung. Besser als drei Goldmedaillen wirds ja schliesslich nicht mehr. (Ob diese drei Goldmedaillen gerechtfertigt waren oder nicht steht hier nicht zur Debatte. Das ist Stoff für einen weiteren Blog.) Jeder weitere Ausflug in die Sportwelt schien mir zum Scheitern verurteilt.

Aber es sollte nicht so sein. Totilas muss für seinen Besitzer nochmals ran, nachdem dieser in der Person von Matthias Alexander Rath tatsächlich einen Reiter gefunden hatte, der Grössenwahnsinnig genug war um Edward Gals Platz einzunehmen. Ich bin mit Edward Gals Reitmethoden nicht einverstanden aber es lässt sich nicht leugnen, dass die beiden zusammen geglänzt haben, zumindest für die Laien (und leider offensichtlich für die Richter… aber auch das gehört in einen eigenen Blog). Grössenwahnsinnig deshalb, weil ich es absolut vermessen finde zu denken, man könne direkt an den Erfolg des vorigen Reiters anknüpfen, wie wenn man ein Fahrrad tauscht.

Leider hat sich meine anfängliche Einschätzung bewahrheitet, Erfolge blieben unter dem neuen Reiter bislang aus, nur die Meldungen über verletzungsbedingte Pausen häufen sich.

Um dem ganzen Trauerspiel um Totilas noch die Krone aufzusetzen, holt sich die Familie Rath jetzt Hilfe aus dem Niederländischen Lager bei Sjef Janssen.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,814628,00.html

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie Totilas Training momentan aussieht. Ehrgeiz und Stress, weil die Erfolge ausbleiben waren noch nie gute Ratgeber fürs Pferdetrainig. Ich für meinen Teil bin kurz davor, dem armen Hengst eine unheilbare Sehenverletzung zu wünschen (gerade so, dass er noch auf die Weide kann)…

Wieso ein pferdeakademie-Blog?

von Virginia Mueller –

Schon seit längerer Zeit überlege ich, wie Themen, die während des Unterrichtens immer wieder auftauchen, gesammelt werden können. Einzelne Mails schreiben finde ich relativ mühsam, und Facebook eignet sich nicht wirklich für längere Texte. Auch möchten da nicht alle mitmachen. So habe ich mich entschieden, einen Blog-Versuch zu starten. Nebst den schon erwähnten Unterrichtsthemen möchte ich hier mit Euch gerne meine Erfahrungen, die ich während des Trainings mit den verschiedensten Pferden mache, teilen. Ebenfalls sollen Fragen zur artgerechten Haltung und zum respektvollen Umgang mit den Pferden zur  Sprache kommen. Und last but not least soll es ein Ort sein, wo auch politische Themen, die die Welt der Pferde betreffen, diskutiert werden können.

Ein Blog lebt natürlich von Euch, den interessierten Lesern. Gerne nehme ich auch Anregungen und Ideen für neue Posts entgegen (und schreibe was zum Thema, vorausgesetzt mir fällt was dazu ein… ) oder ihr schickt mir einen fertigen Blog, den ich unter Eurem Namen veröffentliche.

Kritische Stimmen und kontroverse Meinungen beleben eine Diskussion. Ich möchte jedoch betonen, dass ich genau wie in der Zusammenarbeit mit den Pferden, grossen Wert auf einen respektvollen Umgangston lege.

Ich freue mich auf Eure Mitarbeit und Rückmeldungen und hoffe auf einen lebendigen Austausch!